Du liebst den Duft von Kaffee und die warme Tasse am Morgen. Nur auf das Koffein möchtest du lieber verzichten?
Dann musst du dein vertrautes Ritual nicht aufgeben. Kaffeealternativen ohne Koffein werden aus gerösteten Wurzeln, Samen oder Getreide hergestellt. Durch das Rösten entstehen dunkle, kräftige und manchmal leicht bittere Aromen.
Besonders alltagstauglich sind Zichorienkaffee, Lupinenkaffee und Gerstenkaffee. Alle drei sind von Natur aus koffeinfrei. Sie schmecken zwar nicht genau wie Bohnenkaffee. Ihre Röstnoten kommen dem gewohnten Geschmack aber deutlich näher als Tee oder Rooibos.
Warum sich koffeinfreie Kaffee-Alternativen im Alltag lohnen
Eine koffeinfreie Kaffeealternative eignet sich besonders für den Nachmittag, den Abend und für Menschen, die empfindlich auf Koffein reagieren.
Koffein ist nicht grundsätzlich ungesund. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit bewertet für gesunde Erwachsene bis zu 400 Milligramm über den Tag verteilt als unbedenklich. Manche Menschen reagieren jedoch schon auf kleinere Mengen mit Unruhe oder Schlafproblemen. Bereits etwa 100 Milligramm Koffein kurz vor dem Schlafengehen können bei empfindlichen Erwachsenen den Schlaf beeinflussen. Während der Schwangerschaft empfiehlt die EFSA, insgesamt nicht mehr als 200 Milligramm pro Tag aufzunehmen.
Koffeinfreie Alternativen können daher praktisch sein, wenn du:
- am Nachmittag gerne noch eine warme Tasse trinkst,
- nach Kaffee unruhig wirst,
- deinen Koffeinkonsum langsam reduzieren möchtest,
- oder dein Morgenritual ohne anregende Wirkung genießen willst.
Wichtig ist: Koffeinfrei bedeutet nicht automatisch gesünder. Entscheidend sind dein Geschmack, deine Verträglichkeit und die Zutaten des Produkts.
| Kaffeealternative | Geschmack | Besonders passend für | Wichtig zu wissen |
| Zichorie | kräftig, röstig, leicht bitter | Menschen, die deutliche Röstaromen mögen | kann bei empfindlicher Verdauung Blähungen fördern |
| Lupine | mild, nussig, teilweise schokoladig | einen sanften Einstieg | kann Allergien auslösen |
| Gersten- oder Malzkaffee | mild, malzig, leicht süßlich | unkomplizierten Genuss im Alltag | enthält in der Regel Gluten |
Bei fertigen Mischungen solltest du kurz auf die Zutatenliste schauen. Manche enthalten zusätzlich Bohnenkaffee, Roggen oder andere Getreideart
Zichorienkaffee: Kräftiger Genuss aus der Zichorienwurzel
Zichorienkaffee ist eine der kaffeeähnlichsten pflanzlichen Alternativen.
Er wird aus der gerösteten Wurzel der Wegwarte hergestellt. Ihr wissenschaftlicher Name lautet Cichorium intybus. Beim Rösten entwickelt die Wurzel einen kräftigen und leicht bitteren Geschmack.
Die Zichorienwurzel enthält Bitterstoffe und Inulin. Inulin ist ein löslicher Ballaststoff. Ein Teil davon wird während des Röstens verändert oder abgebaut. Inulin karamellisiert leicht, vor allem ist es aber Oxymethylfurfurol, das aus dem Inulin entsteht und maßgeblich zum herben, kaffeeähnlichen Geschmack führt.
Die Wegwartenwurzel wird traditionell bei leichten Verdauungsbeschwerden wie Völlegefühl und Blähungen verwendet.
Wildes Wissen: Die leuchtend blauen Blüten der Wegwarte öffnen sich meist am Vormittag. Später schließen sie sich häufig wieder.

Rezept: Zichorienkaffee mit Zimt
Für eine große Tasse brauchst du:
- 1 bis 2 Teelöffel gerösteten Zichorienkaffee
- 250 Milliliter heißes Wasser
- einen Schuss Milch oder Pflanzendrink
- 1 Prise Zimt
Gib den Zichorienkaffee in eine French Press oder einen Kaffeefilter. Übergieße ihn mit heißem Wasser. Lasse ihn etwa fünf Minuten ziehen und filtere ihn ab.
Gib Milch oder Pflanzendrink dazu. Verfeinere die Tasse mit etwas Zimt.
Beginne lieber mild. Zichorie kann bei empfindlichen Menschen Blähungen verursachen.
Lupinenkaffee: Mild-nussiger Geschmack aus der Region
Lupinenkaffee schmeckt mild, nussig und weniger bitter als Zichorienkaffee.
Lupinen gehören zu den Hülsenfrüchtlern. Ihre Samen wachsen in Schoten, ähnlich wie Erbsen oder Bohnen. Für Lupinenkaffee werden geeignete Süßlupinen verwendet. Die Samen werden gereinigt, geröstet und gemahlen.
Verwende ausschließlich Lupinenkaffee aus dem Lebensmittelhandel. Rohe oder unbekannte Lupinensamen können größere Mengen giftige und bittere Alkaloide enthalten. Süßlupinen werden gezielt so gezüchtet, dass möglichst wenig dieser Alkaloide enthalten sind. Wild aufgegangene Lupinen können diese wieder bilden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung weist besonders bei Lupinenmehl und Kaffeeersatz auf die sorgfältige Auswahl und Verarbeitung hin.
Lupine kann außerdem Allergien auslösen. Sie gehört daher zu den Lebensmitteln, die in der EU deutlich gekennzeichnet werden müssen.
Rezept: Lupinen-Anis-Latte
Für eine große Tasse brauchst du:
- 1 gehäuften Teelöffel Lupinenkaffee
- 200 Milliliter heißes Wasser
- 50 Milliliter Milch oder Pflanzendrink
- 1 kleine Prise zerstoßene Anissamen
- etwas Zimt
Bereite den Lupinenkaffee nach der Anleitung auf der Packung zu. Je nach Mahlgrad eignet sich ein Filter oder eine French Press.
Gib den Anis bereits beim Aufbrühen dazu. Erwärme die Milch und schäume sie auf. Gieße sie zum Lupinenkaffee und streue etwas Zimt darüber.
Der Anis bringt eine feine Süße mit. So braucht die Tasse meist keinen zusätzlichen Zucker.

Was ist Gersten- oder Malzkaffee?
Gerstenkaffee ist eine besonders einfache und mild schmeckende Kaffeealternative.
Für Malzkaffee wird Gerste zuerst zum Keimen gebracht. Danach wird sie getrocknet und geröstet. Durch diesen Vorgang entwickelt sie einen malzigen, leicht süßlichen Geschmack.
Gerstenkaffee ist weniger bitter als Zichorie. Er eignet sich deshalb gut für Menschen, denen kräftige Kaffeealternativen zu herb sind. Viele Produkte sind als lösliches Pulver erhältlich und lassen sich direkt in heißes Wasser rühren.
Gerste enthält jedoch Gluten. Für Menschen mit Zöliakie oder einer medizinisch notwendigen glutenfreien Ernährung ist gewöhnlicher Gersten- und Malzkaffee daher nicht geeignet.
Rezept: Cremiger Malzkaffee
Für eine Tasse brauchst du:
- 2 Teelöffel löslichen Malzkaffee
- 200 Milliliter heißes Wasser
- 50 Milliliter Milch oder Pflanzendrink
- 1 Prise Zimt oder Kardamom
Rühre das Pulver in das heiße Wasser. Erwärme die Milch und gieße sie dazu. Verfeinere die Tasse mit Zimt oder Kardamom.
Achte beim Einkauf auf die Zutaten. Manche Mischungen enthalten neben Gerste auch Roggen, Zichorie oder Zucker.
Welche Kaffeealternative ohne Koffein passt am besten zu dir?
Zichorie kommt dem kräftigen Kaffeegeschmack am nächsten. Lupine ist milder und nussiger. Malzkaffee schmeckt weich und leicht süßlich.
Du musst deinen Bohnenkaffee nicht sofort ganz ersetzen. Tausche zunächst eine Tasse am Tag aus. Der Nachmittag ist dafür ein guter Zeitpunkt.
So kannst du in Ruhe entdecken, welche Sorte zu dir passt. Vielleicht ist es die kräftige Wegwarte. Vielleicht die nussige Lupine. Oder eine sanfte Tasse Malzkaffee.
Denn oft vermissen wir nicht nur den Geschmack von Kaffee. Wir lieben vor allem die Wärme, den Duft und diese kleine Pause mitten im Tag. Genau dieses Ritual kann uns die Pflanzenwelt auf überraschend viele Arten schenken.
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