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#WirsindNatur seit 12 Jahren | Dr. Patricia Purker
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Blüten im August: Wilde Schönheiten & essbare Highlights 

Frau mit Blumenkranz und Sonnenblumenstrauß auf einer Wiese

Hast du schon einmal eine Blume gegessen? Nicht nur fürs Auge, sondern auch für den Gaumen hat die Natur jetzt im August einiges zu bieten. In den bunt leuchtenden Blüten am Wegrand, auf Wiesen oder in deinem Garten steckt nicht nur Schönheit, sondern oft auch Heilwirkung, überraschender Geschmack – und eine Einladung zum Staunen.

Der August ist die Hoch-Zeit für viele essbare Wildpflanzen. Wir stellen dir fünf Blüten vor, die genau jetzt blühen und sowohl kulinarisch als auch traditionell medizinisch spannend sind. Du erfährst, wie du sie sicher erkennst, wie sie wirken und was du Köstliches aus ihnen zaubern kannst. Mit dabei: überraschende Pflanzenporträts, einfache Rezepte und praktische Sammel-Tipps für achtsame Naturentdecker:innen.

Ein wilder Blumenstrauß für deinen Sommer – zum Sammeln, Riechen, Kochen und Staunen. 🌿🌼

🌼 Sonnenblumen – Mehr als nur ein Sommer-Symbol

Zwei blühende Sonnenblumen mit gelben Blüten im Sommergarten

Botanischer Name: Helianthus annuus
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Wuchsform: aufrecht, meist einjährig, bis über 2 m hoch
Blütezeit: Juli bis September
Standort: sonnig, nährstoffreich, gerne im Garten

Die Sonnenblume ist weithin bekannt. Ihre großen gelben Köpfe folgen der Sonne und können bis zu 40 cm groß werden. Sie hat eine Scheinblüte, denn die scheinbar große Blüte besteht aus über 1000 Einzelblüten.

Das Öl aus der Sonnenblume gilt in der Volksheilkunde als hilfreich für Haut und Immunsystem. Es soll lungenstärkend, fiebersenkend und stimmungsaufhellend wirken. Die jungen Zungenblüten (das sind die gelben Blüten am Rand, die aussehen wie kleine Blätter) schmecken mild-nussig und leicht herb, perfekt als essbare Dekoration.

Zwei Frauen formen gemeinsam Brotteig für ein selbst gebackenes Sonnenblumenkernbrot

Rezept – Sonnenblumenkern-Brot

Zutaten:

  • 1 kg Weizenmehl (Type 1050)
  • 600 ml lauwarmes Wasser
  • 2 Würfel frische Hefe
  • 4 TL Salz
  • 200 g Sonnenblumenkerne
  • 200 g Kürbiskerne

Zubereitung:

  1. Alle Zutaten gut verkneten und den Teig 30 Minuten gehen lassen
  2. Backofen auf 220 °C vorheizen
  3. Zwei Kastenformen einfetten oder mit Backpapier auslegen
  4. Teig auf beide Formen aufteilen und 1 Stunde backen.
  5. Nach 30 Minuten abdecken (Deckel oder Alufolie), damit das Brot nicht zu dunkel wird.
  6. Nach dem Backen aus der Form nehmen und auf einem Gitter auskühlen lassen
  7. Aufschneiden & genießen 🍽️

🌸 Malvenblüte – Sanfte Heilerin mit kräftiger Farbe

Zartrosa Blüte der Wilden Malve mit dunklen Adern

Botanischer Name: Malva sylvestris
Familie: Malvengewächse (Malvaceae)
Wuchsform: krautig, bis 1 m hoch, zweijährig
Blütezeit: Mai bis September
Standort: sonnig, trocken, nährstoffreich

Die Wilde Malve ist eine alte Heilpflanze. Sie ist nicht nur schön, sondern auch wichtig für viele Insekten. Raupen, Käfer, Ohrwürmer und Schmetterlinge finden an ihr Nahrung. Besonders spannend: Die Langhorn-Wildbiene sammelt ausschließlich Malven-Pollen und -Nektar. Auch Menschen nutzen sie seit langem. Die Blume wird mit ihren Blüten und Blättern als Käsepappeltee zur Linderung von Husten oder Bauchschmerzen verwendet.

Rezept – Fenchelsuppe mit Malvenblätter

Du kannst Gemüsesuppen mit Malvenblättern andicken, statt eine klassische Mehlschwitze zu machen. Für eine einfache Fenchelsuppe koche Fenchel mit etwas Gemüsebrühe und einer Handvoll frischer Malvenblätter. Danach pürieren. Mit frischen Blüten verziert sieht die Suppe schön aus und tut gut.

🌷 Blutweiderich – Die Unbekannten unter den Essbaren

Schlanke Blütenstände des Blutweiderichs mit leuchtend pinken Blüten auf einer Blumenwiese

Botanischer Name: Lythrum salicaria
Familie: Weiderichgewächse (Lythraceae)
Wuchsform: aufrecht, mehrjährig, bis 1,5 m hoch
Blütezeit: Juli bis September
Standort: feuchte Wiesen, Ufer, Gräben

Der Blutweiderich zeigt kräftig violette Blüten. Er wächst an feuchten Orten wie Gräben oder Ufern. Obwohl er auffällt, kennen ihn viele nicht. Die Blüten schmecken leicht süßlich und passen gut in Kräuterbutter oder Blütenzucker. In der Volksheilkunde gilt diese Blume als entzündungshemmend. Es sind keine Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen bekannt, allerdings gibt es bislang nur wenige wissenschaftliche Studien zur Pflanze.

Rezept – Blutweiderich-Tee zum Gurgeln

Du brauchst:

  • 1 TL getrocknete Blutweiderich-Blüten oder 2 TL frische Blüten
  • 2 Zimtnelken
  • ½ Tasse (ca. 125 ml) kochendes Wasser

So geht’s:

  1. Blüten und Zimtnelken mit kochendem Wasser übergießen.
  2. Zugedeckt 15 Minuten ziehen lassen.
  3. Abkühlen lassen und als Gurgellösung verwenden.

Der Tee kann unterstützend wirken bei gereizter Mund- und Rachenschleimhaut – etwa nach viel Sprechen oder trockener Luft. Die enthaltenen Gerbstoffe haben eine leicht zusammenziehende Wirkung, die die Schleimhäute stabilisieren kann. Zimtnelken bringen ein wärmendes Aroma und runden die Mischung ab.

Wusstest du schon? Blutweiderich wurde früher auch zum Färben von Holz und Leder genutzt. Die kräftig gefärbten Blüten eignen sich außerdem gut, um Speisen oder Getränke sanft einzufärben – eine Pflanze mit vielen Anwendungsmöglichkeiten.

🥕 Wilde-Möhre – Blüten bestimmen leicht gemacht

Blüte der Wilden Möhre mit dunkler Scheinblüte in der Mitte, umgeben von feinen weißen Dolden

Botanischer Name: Daucus carota subsp. carota
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Wuchsform: zweijährig, 30–100 cm hoch
Blütezeit: Juni bis September
Standort: trockene, sonnige Standorte, Wegränder

Die Wilde Möhre zeigt feine, weiße Blüten, die wie kleine Schirme aussehen. Viele kleine Blüten bilden zusammen eine sogenannte Dolde. In der Mitte sitzt oft eine dunkle Einzelblüte – die „Mohrenblüte“. Sie zieht Fliegen an, die die Pflanze bestäuben. ie Pflanze liefert viele Vitamine – darunter B1, B2 und C – die wichtig sind für Nervenfunktion, Energiehaushalt und Immunsystem. Gerade in der Wildform ist die Wilde Möhre ein unterschätzter Mikronährstofflieferant, der mit seinen zarten Blättern und Blüten mehr kann als nur gut aussehen. Sie wird traditionell zur Stärkung der Abwehrkräfte genutzt. Wissenschaftlich belegt ist das jedoch nicht.

Wichtig: Nur sammeln, wenn du dir ganz sicher bist! Viele Doldenblütler sind giftig, etwa der Gefleckte Schierling. Für die Küche ist vor allem die Gartenkarotte empfehlenswert. Nur wenige wissen, dass sogar ihr Blattgrün essbar ist – dabei lässt es sich wunderbar für Pesto, grüne Suppen oder als würzige Garnitur verwenden

Hast du das gewusst? Die Wilde Möhre ist die Urmutter der Karotte, aber ihre Wurzel ist klein, weißlich und nicht besonders imposant.

🌿 Klebriger Salbei – Der Mückenfänger aus dem Wald

Blasse gelbe Lippenblüten des Klebrigen Salbeis an einem schattigen Waldstandort

Botanischer Name: Salvia glutinosa
Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
Wuchsform: krautig, ausdauernd, bis 1 m hoch
Blütezeit: Juli bis September
Standort: schattige, feuchte Laubwälder

Der Klebrige Salbei fällt durch seine blassen, gelben Lippenblüten auf. Sie sehen aus wie ein kleiner geöffneter Mund mit Ober- und Unterlippe. Auch seine klebrigen Stängel sind typisch. An diesen bleiben kleine Insekten, manchmal sogar Kleidung hängen. Die Pflanze wächst gern in schattigen, feuchten Laubwäldern. Der Klebrige Salbei wird – anders als sein Verwandter, der Echte Salbei – nicht medizinisch genutzt. In manchen Weinsorten werden seine Blätter als Gewürz verwendet. Für einige seltene Schmetterlingsraupen ist er eine wichtige Futterpflanze. So trägt er auch ohne Heilwirkung zum Schutz der Natur bei. 

Wie sammelst du Blüten richtig?

Sammle Blüten nur mit Ruhe und Sorgfalt. Pflücke nie die ganze Pflanze, sondern immer nur einen kleinen Teil. Nimm nur das mit, was du sicher erkennst. Viele Blüten sind wichtiges Futter für Insekten. Bei Obststräuchern und Gemüse wie Apfel, Himbeere, Erdbeere oder Kornelkirsche gilt: Jede gepflückte Blüte ist eine Frucht weniger!

Tipps:

  • Nutze eine Pflanzen-App oder dein Skript, wenn du dir nicht sicher bist.
  • Fotografiere unbekannte Pflanzen und bestimme sie später in Ruhe.
  • Sammle nicht an Straßenrändern oder stark gedüngten Flächen.
  • Verwende ein kleines Messer oder eine Schere, um die Pflanze zu schonen.

Fazit: Der August ist blütenstark!

Der Spätsommer ist eine Zeit der Fülle – die Natur leuchtet in einem letzten floralen Feuerwerk voller Blüten, Blumenvielfalt und farbenfroher Pflanzen. Wenn du mit offenen Augen unterwegs bist, wirst du staunen, was du alles entdecken kannst. Und vielleicht findest du ja deine neue Lieblingsblüte?

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