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#WirsindNatur seit 12 Jahren | Dr. Patricia Purker
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Darmgesundheit nach den Feiertagen: Wie Löwenzahn und Schafgarbe deine Verdauung unterstützen können

Dr. Patricia Purker hält Blätter und Blüten von Löwenzahn

Nach üppigen Feiertagen wie Ostern kennen viele dieses Gefühl: Der Bauch ist voll, die Verdauung träge und deine allgemeine Darmgesundheit etwas aus dem Gleichgewicht geraten. Vielleicht hast du dich auch schon gefragt, wie du deinen Körper nach solchen Phasen natürlich unterstützen kannst.

Hier kommen zwei heimische Wildpflanzen ins Spiel, die seit Jahrhunderten in der Kräuterheilkunde geschätzt werden: Löwenzahn und Schafgarbe. Beide können dabei helfen, die Verdauung zu unterstützen und den Magen-Darm-Trakt wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Warum reagiert unsere Verdauung auf üppiges Essen?

Nach fettreichen und zuckerhaltigen Mahlzeiten arbeitet unser Verdauungssystem auf Hochtouren. Besonders die Fettverdauung stellt eine Herausforderung dar, da sie die Produktion von Gallenflüssigkeit und Verdauungsenzymen erfordert.

Wenn diese Prozesse überlastet sind, kann es zu typischen Beschwerden wie Völlegefühl, Blähungen, leichten Magenschmerzen und einer trägen Verdauung kommen.

Hinweise aus der Ernährungsforschung zeigen, dass Bitterstoffe eine wichtige Rolle in der Regulation der Verdauung spielen können. Sie regen unter anderem die Produktion von Magensaft und Galle an – zwei zentrale Faktoren für eine funktionierende Fettverdauung.

Wie können Heilpflanzen die Darmgesundheit unterstützen?

Heilpflanzen wie Löwenzahn und Schafgarbe werden traditionell eingesetzt, um die Verdauung zu begleiten. Sie enthalten eine Vielzahl sekundärer Pflanzenstoffe, darunter Bitterstoffe, Gerbstoffe, ätherische Öle und Mineralstoffe, die unterschiedliche Funktionen im Körper erfüllen können. Bitterstoffe können die Produktion von Verdauungssäften anregen und so die Verdauung in Schwung bringen. Gerbstoffe wirken zusammenziehend und können die Schleimhäute im Magen-Darm-Trakt beruhigen. Ätherische Öle werden häufig mit einer krampflösenden und entspannenden Wirkung in Verbindung gebracht, während Mineralstoffe wichtige Prozesse im Körper unterstützen. Zusammengenommen können diese Inhaltsstoffe dazu beitragen, die Verdauungsprozesse anzuregen, Krämpfe zu lindern und das allgemeine Wohlbefinden im Bauchraum zu verbessern.

Wichtig ist: Pflanzen ersetzen keine medizinische Behandlung, können aber im Alltag eine unterstützende Rolle spielen.

Löwenzahn: Bitterstoffe für die Fettverdauung

Blätte und Blüten des Löwenzahn

Der Löwenzahn (Taraxacum officinale) ist eine der bekanntesten Wildpflanzen und wächst nahezu überall – von Wiesen bis zu Wegrändern. Ökologisch ist er eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten im Frühjahr und spielt damit eine zentrale Rolle im Ökosystem.

Was macht Löwenzahn so besonders?

Löwenzahn enthält eine hohe Konzentration an Bitterstoffen, die traditionell zur Unterstützung der Verdauung verwendet werden. Diese Bitterstoffe können:

  • die Produktion von Verdauungssäften anregen
  • die Gallenfunktion unterstützen
  • das Sättigungsgefühl beeinflussen

Gerade nach schweren Mahlzeiten kann das hilfreich sein, um den Verdauungsprozess wieder in Schwung zu bringen.

Zusätzlich enthält Löwenzahn Mineralstoffe und Gerbstoffe, die ebenfalls eine Rolle im Verdauungssystem spielen können.

Wann wird Löwenzahn traditionell verwendet?

In der Naturheilkunde wird Löwenzahn unter anderem eingesetzt bei:

  • Völlegefühl
  • Blähungen
  • Verstopfung
  • zur Anregung des Harnflusses

Der volkstümliche Name „Bettseicher“ (umgangssprachlich für Bettnässer) weist auf seine harntreibenden Eigenschaften hin.

Löwenzahn

Einfaches Rezept: Löwenzahntee

Der herbe, leicht bittere Tee ist einfach in der Zubereitung:

  • 1 Tasse Wasser
  • 1 EL getrockneter Löwenzahn (Blatt und Wurzel)

Zubereitung:

Wasser und Löwenzahn in einem Topf zum Kochen bringen, eine Minute kochen lassen, danach etwa 10 Minuten ziehen lassen und abseihen.

Der Tee wird traditionell bei Völlegefühl, Blähungen und zur Unterstützung der Verdauung getrunken.

Teezubereitung

Schafgarbe: Unterstützung bei Krämpfen und Unwohlsein

Die Schafgarbe (Achillea millefolium) ist eine weitere vielseitige Heilpflanze, die seit der Antike geschätzt wird. Ihr Name geht auf den griechischen Helden Achilles zurück, der sie der Überlieferung nach zur Wundbehandlung nutzte.

Wenn du mehr über die Schafgarbe erfahren möchtest, findest du hier einen ausführlichen Blog Beitrag:

Wie wirkt Schafgarbe auf den Magen-Darm-Trakt?

Schafgarbe enthält unter anderem ätherische Öle und Bitterstoffe, die traditionell bei Verdauungsbeschwerden eingesetzt werden.

Schafgarbe

Sie wird häufig verwendet bei:

  • Magenkrämpfen
  • leichten Magenschmerzen
  • Verdauungsstörungen

Hinweise aus der Forschung legen nahe, dass bestimmte Inhaltsstoffe krampflösende Eigenschaften haben könnten. Gleichzeitig kann die Pflanze die Verdauung sanft regulieren.

Wann ist Schafgarbe besonders sinnvoll?

Vor allem dann, wenn Verdauungsbeschwerden mit einem unangenehmen Druckgefühl oder Krämpfen einhergehen, wird Schafgarbe traditionell eingesetzt.

Sie kann eine ergänzende Rolle spielen, wenn der Magen empfindlich auf schwere Mahlzeiten reagiert.

Einfaches Rezept: Schafgarbentee

  • 2–3 EL geschnittenes frisches oder getrocknetes blühendes Kraut
  • 1 Liter Wasser

Zubereitung:

Mit heißem Wasser übergießen, etwa 15 Minuten ziehen lassen, anschließend abseihen.

Der Tee wird traditionell über einen längeren Zeitraum hinweg 3-mal täglich getrunken.

Tee Tassen

Was sagt die Forschung zu Bitterstoffen?

Bitterstoffe sind ein spannendes Forschungsfeld innerhalb der Ernährungswissenschaft. Sie interagieren mit sogenannten Bitterrezeptoren, die nicht nur im Mund, sondern auch im Verdauungstrakt vorkommen.

Studien deuten darauf hin, dass diese Rezeptoren an der Regulation von Verdauungsprozessen beteiligt sein könnten. Dazu gehört unter anderem die Ausschüttung von Verdauungssäften.

Die Studienlage ist jedoch nicht in allen Bereichen eindeutig, und viele Erkenntnisse stammen aus Labor- oder Tierstudien. Dennoch bestätigt sich ein Teil der traditionellen Anwendungen in modernen Untersuchungen.

Wie kannst du Heilkräuter sinnvoll in deinen Alltag integrieren?

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Patricia Purker lächelnd

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Nach Feiertagen oder Phasen mit schwerem Essen kann es sinnvoll sein, bewusst kleine Rituale in den Alltag einzubauen.

Dazu gehören zum Beispiel:

  • eine Tasse Bittertee vor oder nach dem Essen
  • achtsames Essen und langsames Kauen
  • regelmäßige Pausen für die Verdauung

Auch das bewusste Wahrnehmen von Pflanzen und ihren Wirkungen kann ein erster Schritt sein, um ein tieferes Verständnis für Naturwissen zu entwickeln.

Schafgarbe

Natürliche Unterstützung für deine Darmgesundheit

Löwenzahn und Schafgarbe sind zwei heimische Heilpflanzen, die traditionell bei Verdauungsbeschwerden eingesetzt werden. Nach üppigen Mahlzeiten können ihre Inhaltsstoffe dazu beitragen, typische Symptome wie Völlegefühl oder eine träge Verdauung zu reduzieren.

Löwenzahn kann durch seine Bitterstoffe die Produktion von Verdauungssäften anregen und so insbesondere die Fettverdauung unterstützen. Schafgarbe wird dagegen häufig bei krampfartigen Beschwerden eingesetzt, da ihre Inhaltsstoffe mit einer entspannenden Wirkung auf die Muskulatur des Magen-Darm-Trakts in Verbindung gebracht werden.

Beide Pflanzen sind Beispiele dafür, wie sich heimische Wildkräuter einfach in den Alltag integrieren lassen.

Wenn du tiefer in die Welt der Heilpflanzen, Wildkräuter und natürlichen Hausmittel eintauchen möchtest, kann fundiertes Wissen dabei helfen, ihre Anwendung besser zu verstehen und sicher umzusetzen.

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