Im Juli kam meine Tochter Florentina – liebevoll von uns Fini genannt – zur Welt. Seither hat sich mein Leben spürbar verändert. Ich bin nach wie vor Wissenschaftlerin, Leiterin der Naturakademie und begeisterte Pflanzen-Nerdin. Gleichzeitig hat sich mein Alltag gewandelt: Er ist fordernder geworden, aber auch mit noch mehr Liebe gefüllt. Denn jetzt ist ein neuer, wichtiger Job dazugekommen. Ich bin Mama. Und das verändert vieles.
In diesem Beitrag erzähle ich euch offen, was sich durch diese neue Rolle für mich verändert hat. Vielleicht findest du dich in manchen Zeilen wieder oder nimmst dir Ideen mit für deinen eigenen Weg – sei es im Beruf, im Familienleben oder in einem neuen Lebensabschnitt, der für dich gerade beginnt.
Wie gut lässt sich ein Baby und der Beruf vereinbaren?
Ich muss sagen, ich kann beides gut miteinander verbinden, auch wenn ich anfangs dachte, es würde fast nebenbei laufen. 😅 Was ich unterschätzt habe: Ein Baby bringt einen neuen Takt in den Alltag. Vieles lässt sich nicht planen, manches muss spontan angepasst werden.
Ich bin dankbar, auf ein engagiertes Team zählen zu können, das mitdenkt, sowie auf ein Umfeld, das die nötige Flexibilität ermöglicht. So kann ich das Mama-Sein und meine Arbeit in der Naturakademie gut verbinden. Die Kräuterpädagogik ist mein berufliches Zuhause, mein Herzensprojekt – und ja, ich würde sagen, mein zweites Baby, das mitwachsen darf.
Ich merke, dass sich die beiden Rollen auf unterschiedlichste Weise ergänzen. Ich betrachte viele Themen nun anders, nämlich noch praktischer und greifbarer. Dieses Wissen fließt direkt in unsere Arbeit ein. Klar, manchmal braucht es Umwege oder neue Lösungen. Aber mit Offenheit, Planung und Gelassenheit gelingt die Balance.
Was ist durch Fini neu in mein Leben gekommen?

Ganz klar: ein erweiterter Blick auf die Welt. Ich war schon vorher genau in meinen Naturbeobachtungen, das gehört zu meinem Alltag. Aber mit Fini kam eine neue Ebene dazu. Ich nehme vieles langsamer und unmittelbarer wahr.
Kleine Dinge fallen mir stärker auf – nicht, weil ich sie früher übersehen hätte, sondern weil ich sie nun mit jemandem teile, der sie zum ersten Mal sieht. Das verändert den Fokus und ist wunderschön.
Wie beeinflusst Fini meine Arbeit in der Naturakademie?
Sehr stark – aber nicht im Sinne von „weniger arbeiten“, sondern „anders arbeiten“. Ich freue mich aber trotzdem, nun wieder aktiver in der Naturakademie dabei zu sein: neue Kurse entwickeln, mit dem Team Ideen umsetzen, im Austausch mit unserer Community – EUCH – zu stehen. Und diesmal kommt noch eine neue Perspektive dazu: Neben dem Wissen aus Forschung, Lehre und Praxis fließt nun auch meine ganz persönliche Erfahrung als Mama in die Arbeit ein. Alltagsnah war mein Zugang schon immer – aber jetzt sehe ich viele Situationen mit neuen Augen.
Dadurch merke ich jetzt noch klarer, wie wichtig praxisnahe Impulse sind, gerade in Zeiten, in denen viel gleichzeitig passiert. Diese neuen Erfahrungen werde ich auch in unsere Kräuterpädagogikausbildung einfließen lassen. Dort möchte ich zeigen, wie Heilpflanzen und Kräuterwissen auch praktisch im Familienalltag angewendet werden können. Tipps und alltagstaugliche Anwendungen aus meinem Leben als Mama sollen den Teilnehmer:innen zeigen, wie vielseitig und hilfreich Naturwissen im Alltag sein kann. (Seid also gespannt, was in nächster Zeit noch alles kommen wird!)
So wird deutlich, wie vielseitig und alltagstauglich Naturwissen sein kann. Gleichzeitig spüre ich, wie wertvoll es ist, dass ich mir meine Zeit als Selbstständige frei einteilen kann: Ich kehre Schritt für Schritt in die Arbeit zurück, bleibe flexibel und habe trotzdem viel Zeit mit Finny. Genau diese Balance ist mir wichtig und sie ist auch Thema in unserem Grüne Karriere Webinar. Dort erfährst du, wie man sich als Kräuterpädagogin selbstständig macht und worauf es dabei ankommt. Schau also gerne rein!
Was wünsche ich mir für die nächste Zeit?
Ich wünsche mir, dass ich weiterhin Raum für beides habe: mein Familienleben mit Fini und meine Arbeit in der Naturakademie. Beides liegt mir sehr am Herzen. Ich möchte Gestaltungsspielraum haben, aber auch Pausen zulassen können. Und ich möchte, dass unsere Erfahrungen als Team – und auch meine als Mutter – anderen helfen können, ihren eigenen Weg zwischen Natur, Alltag und Beruf zu finden.
In der Naturakademie möchten wir solche Wege konkret aufzeigen: mit fundiertem Wissen, offenem Austausch auf Augenhöhe und einem Rahmen, in dem persönliche und fachliche Entwicklung gleichermaßen Platz haben.

Was ich dir mitgeben möchte
Vielleicht bist du auch gerade in einer Übergangsphase. Vielleicht suchst du mehr Halt im Alltag, etwas Struktur oder einfach Ruhe.
Dann erinnere dich daran: Du musst nicht alles gleichzeitig schaffen. Es ist in Ordnung, langsamer zu machen und Hilfe anzunehmen – sei es von Menschen um dich herum, von der Natur oder durch kleine Dinge, die dir gut tun.
Nicht alles ist planbar. Aber vieles lässt sich Schritt für Schritt gestalten. Und genau diese Erfahrungen lasse ich auch in unsere Kräuterpädagogikausbildung einfließen, nun auch mit meinen persönlichen Erfahrungen aus dem Mama-Alltag.


