Blumensträuße sind wunderschön – können auf Dauer aber ganz schön ins Geld gehen. Unsere Marketingmanagerin Lisa hatte deshalb eine besondere Idee: Einen großen Teil ihrer Hochzeitsblumen wollte sie selbst anbauen.
Dafür verwandelte sie die Hälfte ihres 40 Quadratmeter großen Bio-Gemüsefeldes in ein Blumenbeet. Dort wachsen Dahlien, Cosmeen, Zinnien, Strohblumen, Löwenmäulchen und feine Füllblumen.
Ein kleines Abenteuer. Denn eine Hochzeit hat einen festen Termin – die Natur nicht.
Doch du brauchst weder eine Hochzeit noch ein großes Feld, um Schnittblumen selber anzubauen. Schon einige Töpfe auf dem Balkon können Blüten für kleine Tischsträuße liefern.
Das spart mit der Zeit Geld. Du weißt, woher die Blumen kommen und wie sie gewachsen sind. Und ein selbst gezogener Strauß fühlt sich einfach besonders an.
Eigene Blumen ziehen: Warum es sich lohnt, Schnittblumen selbst anzubauen
Eigene Schnittblumen sind persönlich, haben kurze Wege und können über viele Wochen neue Blüten liefern.
Der erste Strauß ist nicht automatisch kostenlos. Du brauchst Saatgut, Erde und vielleicht passende Töpfe. Die Gefäße kannst du jedoch jedes Jahr wiederverwenden. Bei manchen Pflanzen lässt sich außerdem Saatgut für die nächste Saison gewinnen.
Du entscheidest selbst, wie deine Blumen wachsen. Lisa bewirtschaftet ein Bio-Feld und verwendet dort ausschließlich biologisches Saat- und Pflanzgut. Besonders bei Dahlien war das gar nicht so einfach. Fündig wurde sie schließlich bei einer kleinen Gärtnerei in den Niederlanden.
Auf dem eigenen Balkon oder im Garten kannst du bewusst auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel verzichten und deine Blumen legen nur wenige Schritte bis zur Vase zurück.
Welche Schnittblumen wachsen auch im Topf?
Zinnien, Cosmeen und Strohblumen eignen sich gut für den Einstieg. Dahlien hingegen brauchen etwas mehr Platz.
Die meisten Schnittblumen mögen einen sonnigen Standort. Der Topf sollte Abflusslöcher besitzen, damit keine Staunässe entsteht. Achte beim Saatgut auf Hinweise wie „Schnittblume“ oder „lange Stiele“. Niedrige Balkonsorten sind hübsch, lassen sich aber schwerer zu Sträußen binden.
| Pflanze | Wirkung im Strauß | Platzbedarf |
| Zinnie | farbenfroh und kompakt | mittlerer Topf oder Beet |
| Cosmea | leicht und verspielt | großer Topf oder Beet |
| Strohblume | fest und gut trockenbar | mittlerer Topf oder Beet |
| Dahlie | große Blickfang-Blüte | sehr großer Topf oder Beet |
Für einen kleinen Balkon reichen zwei bis drei Arten. Eine Zinnie bildet die Hauptblüte. Cosmeen bringen Leichtigkeit. Strohblumen lassen sich später für Wintersträuße trocknen.
Wildes Wissen: Was bei der Strohblume wie feste Blütenblätter aussieht, sind umgebildete Blätter. Deshalb behalten sie auch getrocknet ihre Form und Farbe.

Anbau & Ernte: So bekommst du über lange Zeit frische Blüten
Gestaffelte Aussaat & richtiger Schnitt für dauerhafte Knospen
Säe nicht alle Samen am selben Tag aus.
Lisa brauchte möglichst viele Blüten rund um ihren Hochzeitstermin, weshalb sie geeignete Sorten mehrmals ausgesät hat. Zwischen den Aussaaten lag ungefähr eine Woche.
Wird die erste Reihe durch Kälte, Hitze oder hungrige Schnecken gebremst, hat die nächste noch eine Chance. Auch auf dem Balkon verlängert diese gestaffelte Aussaat die Blütezeit.
Ein zweiter wichtiger Tipp: Entferne verwelkte Blüten & Blütenköpfe regelmäßig. Viele einjährige Schnittblumen bilden danach neue Knospen. Besonders bei Zinnien fördert häufiges Schneiden weitere Blüten.
Was hilft gegen Schnecken?
Auf kleinen Flächen ist regelmäßiges Absammeln eine einfache Lösung.
Lisa kontrolliert ihr Beet immer wieder – besonders nach feuchten Tagen.
Auf dem Balkon verstecken sich Schnecken gerne unter Töpfen. Ein kurzer Blick am Abend hilft dir, sie früh zu entdecken und junge Pflanzen rechtzeitig zu schützen.
Wann solltest du Schnittblumen ernten?
Schneide die Blumen am besten am frühen Morgen und stelle sie sofort ins Wasser.
Dann sind die Stiele gut mit Wasser versorgt. Verwende eine saubere, scharfe Schere und entferne alle Blätter, die später im Vasenwasser stehen würden.
Lass die Blumen zunächst einige Stunden an einem kühlen Ort Wasser aufnehmen. Danach kannst du den Strauß binden.
Bei Dahlien ist der Erntezeitpunkt besonders wichtig. Ihre Blüten sollten bereits weit geöffnet sein. Geschlossene Knospen gehen in der Vase oft nicht mehr vollständig auf.
Vom Beet in die Vase: Anleitung zum Blumenstrauß selber binden
Kombiniere große Blüten mit leichten Begleit- und kleinen Füllblumen.
Für einen kleinen Tischstrauß brauchst du ungefähr:
- drei auffällige Blüten wie Zinnien oder Dahlien,
- fünf leichte Blüten wie Cosmeen,
- einige kleine Füllblumen wie Kamille oder Schafgarbe.
Lege die Stiele locker nacheinander in deine Hand und schneide sie am Ende auf eine einheitliche Länge.
Ein Tischstrauß sollte eher niedrig bleiben. So können sich alle Menschen weiterhin ansehen, ohne durch einen Blütendschungel sprechen zu müssen.

Brauchst du für eigene Schnittblumen einen großen Garten?
Nein. Auch drei Blumentöpfe können für kleine Sträuße reichen.
Für ihren Hochzeitsstrauß setzte Lisa auf Dahlien, Zinnien und Cosmeen. Ob alle Blumen genau zum richtigen Zeitpunkt blühen würden, ließ sich nicht sicher planen. Doch schon während des Anbaus entstanden erste Probesträuße und mit jeder Knospe wuchs die Vorfreude auf den großen Tag.
Vielleicht wächst bei dir kein üppiger Blumenstrauß, sondern nur ein paar Zinnien und Strohblumen auf dem Balkon. Doch auch diese wenigen Blüten bringen Farbe auf den Tisch.
In jedem selbst gezogenen Strauß steckt etwas, das man nicht kaufen kann: seine Geschichte vom ersten Keimblatt bis zur fertigen Vase.
Welche Heilpflanze steckt in dir?
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