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Essbare Blüten entdecken: 5 Wildpflanzen, die Kinder sicher naschen können

wiesenblumen Rotklee nahaufnahme von ganzer Pflanze und Wurzeln

Kinder fragen sich selten, ob eine Blume essbar ist, sie greifen einfach. Genau da lohnt es sich, echtes Naturwissen weiterzugeben: In diesem Artikel zeige ich dir fünf essbare Blüten, die ihr gemeinsam im Sommer draußen finden, kennenlernen und genießen könnt, von der Wiese bis in die Küche.

Welche Blüten kann man essen?

Nicht jede bunte Blüte ist zum Naschen geeignet, aber überraschend viele schon. Wichtig ist, dass du die Pflanze sicher bestimmen kannst und dass ihr nur kleine Mengen probiert, besonders mit Kindern. Die folgenden fünf Pflanzen sind zuverlässige Begleiter durch den Sommer.

Holunderblüten

Holunderblüten

Der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) wächst fast überall in der Nähe von Menschen: an Waldrändern, in Hecken, auf alten Höfen. Im späten Frühling und Frühsommer trägt er große, weiße Blütendolden mit einem süßlichen Duft, der unverkennbar nach Sommer riecht.

Wichtig zu wissen: Von diesem Strauch sind nur die Blüten roh genießbar. Blätter, Rinde und Wurzeln sollten nicht gegessen werden, und die Früchte müssen vor dem Verzehr erhitzt werden. Die Blüten selbst können frisch vom Strauch genascht werden, in Pfannkuchenteig gebacken werden oder zu einem selbstgemachten Sirup werden. Ein kleiner Trick für Kinder: Einfach eine Dolde leicht schütteln, damit keine kleinen Tierchen mehr darin sitzen.

Rotklee

Rotklee

Der Rotklee (Trifolium pratense) ist die Pflanze, die wirklich jedes Kind kennt, auch wenn kaum jemand weiß, dass man ihn essen kann. Die pinken, runden Blütenköpfe wachsen fast überall auf Wiesen und Feldern in ganz Mitteleuropa. Der Geschmack ist leicht süßlich, fast honigähnlich (und die Kinder liiieben ihn)

Was steckt drin? Rotklee enthält Isoflavone, pflanzliche Verbindungen, die dem weiblichen Hormon Östrogen ähneln. In kleinen Mengen und als Lebensmittel ist das völlig unbedenklich. Erkennungsmerkmal: Die Blütenköpfchen sitzen meist paarweise, und die Blätter haben eine helle, charakteristische Zeichnung in der Mitte.

Löwenzahn

Löwenzahn

Der Löwenzahn (Taraxacum sect. Taraxacum) ist wohl die bekannteste Wildpflanze überhaupt – und gleichzeitig eine der vielseitigsten. Die gelben Blüten schmecken süßlich und weich, ganz anders als die eher bitteren Blätter. Sie lassen sich hervorragend als Dekoration verwenden, fast wie kleine essbare Streusel, die jedes Gericht verschönern.

Für Kinder ist das ein wunderbares Experiment: Blütenblätter einzeln abzupfen und in den Mund legen, auf den Joghurt streuen oder ins Salatdressing mischen. Der Name leitet sich übrigens vom griechischen Wort für Entzündung ab. Ein Hinweis darauf, dass diese unscheinbare Wiesenpflanze seit Jahrhunderten als Heilpflanze geschätzt wird.

Lavendel

Lavendel

Lavendel (Lavandula angustifolia) stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, ist aber längst auch bei uns heimisch. Die blauvioletten Blüten duften intensiv und sind vollständig essbar. Nicht nur die Blüten, auch die Blätter verströmen bei Berührung den typischen Lavendelduft.

Was ihn so besonders macht: Das ätherische Öl im Lavendel hemmt nachweislich bestimmte Nervenzellkanäle und wirkt so beruhigend und angstlösend, das ist sogar wissenschaftlich in einer Doppelblindstudie bestätigt worden. Als essbare Blütendekoration verschönert Lavendel jedes Dessert, und getrocknete Blüten lassen sich auch in Limonade oder Sirup ziehen.

Kapuzinerkresse

Kapuzinerkresse

Die Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) ist gar keine heimische Wildpflanze, sie wurde vor etwa 300 Jahren aus Südamerika nach Europa gebracht. Heute findet man sie fast überall als Zierpflanze in Gärten. Ihre leuchtend gelben, orangen oder roten Blüten sind unverkennbar und haben einen würzigen, leicht scharfen Geschmack, der Kindern oft gut gefällt.

Der Name leitet sich übrigens vom althochdeutschen Wort für „scharf“ ab. Die Schärfe kommt von Senfölglykosiden in der Pflanze. In kleinen Mengen kann man Blüten und Blätter wunderbar in Salate, Saucen oder auf Butterbrote geben. Aufgrund eines bestimmten Inhaltsstoffs sollte man sie aber nicht in großen Mengen essen, und als Teeaufguss gilt: etwa 10 bis 20 g frische Blätter auf einen Liter Wasser, nur kurz ziehen lassen.

Was ihr mit essbaren Blüten machen könnt

Mit diesen fünf Blüten lassen sich drei besonders schöne Sommerideen umsetzen:

Ein Blütensalat entsteht, indem ihr einfach frische Löwenzahnblüten, Rotkleeblüten und Kapuzinerkresseblüten über grüne Salatblätter streut. Dressing dazu, fertig und das schönste Mittagessen des Sommers.

Für essbare Tischdekoration könnt ihr die Blüten direkt auf Torten, Desserts oder sogar auf herzhaften Gerichten platzieren. Lavendelblüten auf einem Schokoladenkuchen, Holunderblüten im Obstsalat, Kapuzinerkresseblüten auf einem Käsebrot.

Blüten-Eiswürfel sind das vielleicht schönste Projekt für einen heißen Nachmittag. Einfach einzelne Blüten in eine Eiswürfelform legen, mit Wasser auffüllen und einfrieren. Diese Würfel sehen in jedem Glas wunderschön aus und machen selbst aus normalem Leitungswasser etwas Besonderes.

Ideen für Blüten als Dekoration auf Essen

Essbare Blüten sammeln schafft Momente die Kinder nie vergessen

Essbare Blüten sind kein Geheimtipp, sondern eine der einfachsten und schönsten Möglichkeiten, Kindern zu zeigen, dass die Natur voller Geschenke steckt. Holunderblüten, Rotklee, Löwenzahn, Lavendel und Kapuzinerkresse lassen sich alle sicher bestimmen, sie wachsen überall, und sie schmecken. Das einzige, was man dafür braucht, ist ein bisschen Wissen und den Mut, einfach rauszugehen und daraufloszusammeln.

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