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#WirsindNatur seit 12 Jahren | Dr. Patricia Purker
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Zwiebel bei Erkältung: 3 DIY-Hausmittel für Schnupfen & Hustenreiz

Frische gelbe Küchenzwiebeln als Hausmittel

Mitte Jänner: draußen kalt, drinnen Heizungsluft – und plötzlich ist da dieses Kratzen im Hals. Die Nase fühlt sich an wie „zu“, nachts meldet sich der Husten, und am nächsten Morgen startet der Tag etwas zäher als geplant.

Genau dann greifen viele Menschen zu dem, was im Alltag schnell verfügbar ist: Hausmittel aus der Küche. Und da steht sie meistens schon bereit: die Zwiebel.

Was steckt hinter dem Hausmittel Zwiebel – und wie lässt es sich in der Erkältungsphase sinnvoll nutzen? Welche Anwendungen sind so unkompliziert, dass du sie direkt ausprobieren kannst?

In diesem Artikel zeige ich dir drei DIYs, die bei typischen Erkältungssymptomen häufig verwendet werden: Zwiebelsäckchen (bei festsitzendem Schnupfen), Zwiebel-Hustensaft (bei Hustenreiz) und Zwiebelsocken (als wärmende Anwendung über die Fußsohle). Dazu bekommst du eine ruhige Einordnung, welche Wirkungen der Zwiebel traditionell zugeschrieben werden – und wo wir bewusst vorsichtig formulieren.

Die Zwiebel auf einen Blick

Botanischer Name: Allium cepa

Familie: Amaryllisgewächse

Die Küchenzwiebel ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Menschheit. Sie wird seit prähistorischer Zeit als Heil-, Gewürz- und Gemüsepflanze kultiviert und verwendet. Heute ist nicht mehr genau bestimmbar, woher sie ursprünglich kommt – inzwischen ist sie weltweit vor allem kultiviert vorhanden.

Zwiebeln sind (wenn man die Zwiebelwurzel nicht erntet) mehrjährige krautige Pflanzen. Sie blühen weiß und bilden – ähnlich wie verwandter Bärlauch, Knoblauch oder Schnittlauch – eine kugelförmige Scheindolde aus vielen Einzelblüten.

Interessantes aus Anbau & Ernte

Zwiebeln werden seltener über Samen und meist über Steckzwiebeln gezogen. Nach der Keimung entstehen zunächst kleine Zwiebeln, die oft direkt verkauft werden und dann im Laufe der Sommerwochen rasch weiterwachsen. Die Zucht der Samen beginnt schon im Februar – danach werden die Pflanzen fast ein halbes Jahr gepflegt, bis zur Zwiebelernte. Als Faustregel gilt: Wenn die Blätter der Zwiebel zur Hälfte welk sind, ist sie reif zur Ernte.

Was wird der Zwiebel traditionell zugeschrieben?

Gerade in der Erkältungszeit greifen viele Menschen zur Zwiebel – weil sie im Hausmittelwissen seit Langem als vielseitig gilt. Traditionell werden ihr dabei unter anderem folgende Eigenschaften zugeschrieben: immunstärkend, antibiotisch, antiviral, abschwellend, schmerzlindernd, entzündungshemmend, entgiftend und schleimlösend.

Wichtig: Das sind zugeschriebene Wirkungen aus der Erfahrungsmedizin – keine Garantie.

Wenn du das einordnen möchtest, hilft auch ein kurzer Blick darauf, wie die Zwiebel in der Pflanzenheilkunde bewertet wurde:

  • Die Kommission E nennt Zubereitungen aus Zwiebel (frisch, seltener getrocknet) unter anderem bei Appetitlosigkeit sowie zur Vorbeugung altersbedingter Gefäßveränderungen.

Übersetzt heißt das: Zwiebel-Anwendungen sind traditionell weit verbreitet – aber sie sind nicht automatisch „offiziell“ als Arzneimittel eingeordnet. Umso sinnvoller ist es, Hausmittel als begleitende Unterstützung zu sehen und in der Sprache bewusst vorsichtig zu bleiben.

Was steckt in der Zwiebel drin?

In der frischen Zwiebel stecken verschiedene schwefelhaltige Pflanzenstoffe (als Alliine, vor allem Isoalliin bezeichnet). Sobald du eine Zwiebel schneidest oder zerdrückst, werden diese Stoffe „aktiv“: Sie treffen auf ein Enzym (Alliinase) – und dabei entsteht unter anderem ein Stoff, der die Augen reizen kann. Genau deshalb tränen viele Menschen beim Zwiebelschneiden.

Neben diesen schwefelhaltigen Stoffen enthält die Zwiebel auch weitere Pflanzenstoffe, zum Beispiel Flavonoide (Pflanzenfarbstoffe), außerdem verschiedene weitere Inhaltsstoffe wie Vitamine und Kohlenhydrate sowie das ätherische Zwiebelöl. Ein schönes Küchen-Detail: Das Flavonoid Quercetin ist hitzestabil und trägt dazu bei, dass eine Suppenbasis beim Anrösten oft diese karamellbraune Farbe bekommt.

Küchenzwiebeln wachsen im Beet – Zwiebelpflanzen (Allium cepa) im Garten, Naturwissen zur Zwiebel

Warum taucht die Zwiebel in so vielen Geschichten auf?

Hausmittel sind oft mehr als eine Anleitung – sie sind auch Kulturgeschichte. Historisch wurde die Zwiebel bereits bei den Ägyptern und Römern als stärkendes Nahrungsmittel geschätzt und auch im Zusammenhang mit Seuchenvermeidung und -bekämpfung erwähnt.

Und dann gibt es da noch die Bilder aus Sagen und Märchen: In mitteleuropäischen Erzählungen werden Zwiebelgewächse rund um das Vertreiben von Vampiren und „schlechten Energien/Geistern“ genannt.

Auch wenn das heute schmunzeln lässt – es ist ein Hinweis darauf, wie selbstverständlich Zwiebelgewächse früher zur Krankenpflege in der Volksmedizin dazugehört haben.

Zwiebelsäckchen bei festsitzendem Schnupfen

Wie funktioniert das – und warum nutzen es so viele?

Ein festsitzender Schnupfen kann sich anfühlen, als würde nichts „in Bewegung“ kommen – besonders nachts. Das Zwiebelsäckchen setzt auf eine sehr einfache Idee: Der Duft der geschnittenen Zwiebel verteilt sich in der Raumluft.

Traditionell wird beschrieben, dass das dazu beitragen kann, dass die Schleimhäute abschwellen, sich das Sekret verflüssigt und das Atmen wieder leichter fällt.

Wichtig: Das ist eine Beschreibung aus der Hausmittelpraxis. Sie kann als unterstützend erlebt werden, ohne dass daraus ein medizinisches Versprechen wird.

Anleitung: Zwiebelsäckchen schnell gemacht

Du brauchst:

  • 1 Zwiebel
  • ein Baumwolltuch (z. B. ein Waschhandschuh)

So geht’s:

  1. Zwiebel klein schneiden.
  2. Die Stücke in das Baumwolltuch füllen.
  3. Das Säckchen in sicherer Entfernung zum Kopf am Bett aufhängen.
  4. Wenn du die Stücke leicht quetschst, tritt mehr Saft aus – der Duft wird intensiver.

Wann passt das besonders gut?

Diese Anwendung wird besonders bei festsitzendem Schnupfen genutzt. Manche stellen auch vorsorglich geschnittene Zwiebel im Zimmer auf oder hängen ein Zwiebelsäckchen auf, wenn Erkältungen in der Familie „reihum gehen“.

Zwiebel-Hustensaft

Zwiebel-Hustensaft selber machen: Person löffelt Zwiebelsaft aus dem Glas – Hausmittel bei Erkältung und Hustenreiz

Kann Zwiebel-Hustensaft den Hustenreiz wirklich beruhigen?

Zwiebel-Hustensaft ist ein Klassiker, weil er ohne viel Aufwand auskommt und rasch zubereitet werden kann. Traditionell wird beschrieben, dass er den akuten Hustenreiz lindern kann und mittelfristig auch als auflösend bei festsitzendem Schleim erlebt wird.

Auch hier gilt: Das ist eine überlieferte Hausmittel-Idee. Sie kann in der Erkältungsphase unterstützen, ohne dass daraus ein Heilversprechen wird.

Rezept: Zwiebel-Hustensaft (einfaches DIY)

Du brauchst:

  • 1 Zwiebel
  • Zucker oder Honig
  • ein leeres Marmeladenglas

So geht’s:

  1. Zwiebel klein schneiden.
  2. Abwechselnd Zwiebelstücke und Zucker oder Honig ins Glas füllen.
  3. Ziehen lassen, bis sich Saft bildet.
  4. Den entstehenden Saft löffelweise einnehmen.

Zwiebelsocken

Warum eine Zwiebelscheibe am Fuß?

Zwiebelsocken sind eine sehr einfache, wärmende Anwendung: Eine Scheibe Zwiebel wird in den Socken an der Fußsohle durch die Körperwärme erwärmt und kann mehrere Stunden auf der Haut verbleiben.

Auch hier gilt: Das ist eine traditionelle Hausmittel-Anwendung. Manche empfinden sie als angenehm begleitend – besonders, wenn man sich „durchgekühlt“ fühlt oder abends etwas Wohltuendes sucht.

Zwiebelsocken bei Erkältung: Zwiebel in Socken an der Fußsohle – traditionelles Hausmittel zum Wärmen

Anleitung: Zwiebelsocken

Du brauchst:

  • 1–2 Scheiben Zwiebel
  • ein Paar Socken

So geht’s:

  1. Lege je nach Vorliebe eine Zwiebelscheibe an die Fußsohle.
  2. Zieh die Socken darüber.
  3. Lass die Anwendung (wenn es sich für dich gut anfühlt) eine Zeit lang wirken – traditionell wird beschrieben, dass sie mehrere Stunden möglich ist.

Wie nutzt du Hausmittelwissen richtig?

Gerade in der Erkältungsphase ist die Versuchung groß, nach „dem einen Mittel“ zu suchen. Hausmittel setzen jedoch eher auf Begleitung als auf „Heilung“.

  • Sie können helfen, Erkältungssymptome angenehmer zu machen – und das Gefühl stärken: Ich unterstütze meinen Körper.
  • Sie ersetzen keine medizinische Abklärung, wenn Beschwerden stark sind oder sich deutlich verschlimmern.
  • Und der wichtigste Satz bleibt: Nicht alle Hausmittelanwendungen sind wissenschaftlich untersucht.

Ein guter Kompass ist Beobachtung: Was tut dir gut? Was ist dir zu intensiv (z. B. Geruch)? Was passt zu deinem Alltag und was nicht?

Ein kleines Küchenritual mit großer Alltagstauglichkeit

Manchmal ist es genau das, was in einer Erkältungsphase hilft: etwas, das du selbst in die Hand nehmen kannst – ohne Drama, ohne große Versprechen. Die Zwiebel steht dafür wie kaum eine andere Küchenpflanze: nahbar, unkompliziert und tief im Hausmittelwissen verankert.

Wenn du eine der Anwendungen ausprobierst, nimm sie als Einladung zur Beobachtung: Was tut dir gut? Was fühlt sich eher zu intensiv an? Und was passt gerade zu deinem Tagesrhythmus – besonders abends, wenn Ruhe wichtiger wird als „noch schnell funktionieren“.

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